Der Podcast mit Geschmack! Tapper trifft Linda Becker von Bauer Freigeist!
Shownotes
zu Gast
Linda Becker
Geschäftsführerin von Bauer Freigeist gemeinsam mit ihrer Familie entwickelt sie den Bio-Landwirtschaftsbetrieb in der Altmark konsequent weiter.
Mehr erfahren: Infos zur Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt und aktuellen Projekten finden Sie online. Der Podcast wird unterstützt vom Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Tapper trifft, der
00:00:02: Podcast mit Geschmack.
00:00:04: Holger Tapper trift Macher aus Sachsen-Anhalt, kulinarische Sterne, kreative Köpfe und das Beste aus der Region!
00:00:13: Ja da sag ich mal hallo und herzlich willkommen.
00:00:15: Schönen Dank fürs Reinhören.
00:00:16: bei Tapper Trifft dem Podcast mit geschmack, indem ich euch Menschen mit tollen leckeren Ideen vorstellen darf die Macher hinter den Unternehmen bei uns aus Sachsene Anhalt oder einfach nur wahnsinnig kreativ interessante Menschen die unser Leben bereichern.
00:00:32: Und von meinem heutigen Gast stand dieser wunderbare Satz, jeder Mensch muss an die frische Luft und an die Sonne, damit er gesund bleibt!
00:00:40: Bei Kühen ist das nicht viel anders.
00:00:43: Was für ein herrlicher Spruch.
00:00:44: und dieser Spruch stammt von Linda Becker, sie ist Geschäftsführerin vom Bauer Freigeist aus Wiebke bei Gardeling in der Altmark.
00:00:51: Herzlich willkommen hallo
00:00:53: Hallo Holger
00:00:54: Und daran merkt man schon, dein Bezug zu Tieren.
00:00:57: Gerade auch zu Kühen.
00:00:58: oder gibt es noch andere Tiere die du wahnsinnig gerne magst?
00:01:02: Also bei uns lebt viel mehr als natürlich nur Kühe.
00:01:06: ja mein Opa hat noch Hühner und das gibt Schafe und das Gepferde Schweine gibt's nicht mehr.
00:01:11: also der Bauernhof oder der typische altmerkische Vielseitenhof auf dem bin ich aufgewachsen wo wirklich in jedem Stall eine andere Tierart war
00:01:23: Was für eine wunderbare Kindheit du gehabt haben musst, oder vielleicht auch anstrengende Kinder auf dem Bauernhof.
00:01:28: Aufzuwachsene rüber reden wir heute in diesem Podcast.
00:01:30: Du hast im Übrigen auch eine Einladung meiner Richtung ausgesprochen.
00:01:33: Normalerweise könnten wir diesen Podcast, weil ich diesen Kuduff, diesen Kuhstahlgeruch so mag... Deine Einladung hin auch bei dir in der Altmarke aufnehmen können.
00:01:43: Umso schöner ist es, dass du heute bezeichnend auf am zehnten Juni, das ist ein Mittwoch, an dem der kulinarische Sternin Magdeburg zum Zehnmal verliehen wird.
00:01:53: Deswegen bist du nach Magdeburger fahren hast diese Pferdkasseaufzeichnung eingeschoben.
00:01:57: Bist du auch schon so richtig galermäßig angezogen?
00:02:01: Das finde ich richtig toll!
00:02:02: Sieht spitze aus.
00:02:03: Dankeschön.
00:02:04: Weißt Du schon ob... Habt ihr wieder was eingereicht für den kulinarischen Stern?
00:02:10: Ja, wir haben dies ja auch wieder eingeriecht.
00:02:12: Aber man weiß nie vorher, ob man was bekommt.
00:02:15: Das ist ein großes Geheimnis.
00:02:16: Da macht die AMG ein großes geheimnis drum herum und das ist auch ein wirkliches Kribbeln.
00:02:21: Wenn man dann in der Halle sitzt ... Und die Vergabe stattfindet und man gar nichts vorausbekommen hat, dann ist es natürlich auch ... Sportlicher Wettkampf, ja.
00:02:34: Und dann freut man sich natürlich auch wenn man den Preis bekommt und ich weiß es vorher nicht aber ist auch ein schöner Anlass um mit allen anderen aus der Branche zusammenzukommen und da gibt man sich dann natürlich auch besonders Mühe und ich schaffs natürlich heute nicht mehr vorher nach Hause.
00:02:48: deswegen siehst du mich jetzt schon die Zurückhörer könntest dich sehen.
00:02:51: also du siehst mich jetzt in meiner abendlichen Robe.
00:02:55: Gülden!
00:02:56: Das ist glitzert.
00:02:59: Was habt ihr denn eingereicht in diesem Jahr?
00:03:01: Also, ihr habt ja auch schon Erfahrungen mit dem kulinarischen Stern.
00:03:04: Ja ... Wir haben auch schon mal gewonnen, das stimmt und ... Das ist
00:03:08: mein Mal so, wie ich weiß!
00:03:09: Wir haben vier Sterne schon.
00:03:11: Oh
00:03:11: wow, dann hab' ich zwei Unterschlagen, es tut mir leid.
00:03:14: Ja, das ist nicht schlimm.
00:03:15: Ich muss auch im Hinterstübchen mittlerweile graben.
00:03:18: Und was wir dieses Jahr eingereicht haben, ist ein Naturjoghurt, einen langgereiften Gouda der heißt bei uns Müllstein und eine Salami, wenn ich mich richtig erinnere.
00:03:29: Was heißt lang gereift, wie viele Monate?
00:03:31: Also der hat ... Wir haben den in unterschiedlichen Alterstufen eingereicht.
00:03:36: Den drei Altersstufen und der älteste waren zehn Monate.
00:03:40: Ob ihr denn den fünften kulinarischen Stern bekommen habt oder so vielleicht sogar ein sechsten Mal gleich für drei Produkte ausgezeichnet werden, dann wär's sogar vielleicht noch der siebte.
00:03:49: Das weiß man dann, wenn dieser Podcast ausgestrahlt wird.
00:03:53: Ihr werdet erfahren!
00:03:55: Generell möchte ich gerne von dir wissen, wenn wir über solche Linkereien sprechen werden.
00:04:00: Wie schmeckt denn Sachsen-Anhalt eigentlich für dich?
00:04:03: Also ... Ich bin ja direkt an der Basis der Erzeuger und Sachsenanhalt schmeckt vielfältig bunt regional direkt.
00:04:14: Wir können uns wirklich regional selbst versorgen.
00:04:18: Und das ist auch so ein bisschen unser Ziel, dass wir darauf hinarbeiten, alles aus der Region zu bekommen.
00:04:25: Und da hat der Geschmack natürlich eine ganz besondere Stellung.
00:04:29: Denn nur über den Geschmck bleiben wir ja unseren Kunden, die Kunden hier uns kaufen, die uns gerne wieder suchen im Geiste und über die Geschmacksknospen können wir dann ankommen und werden auch wiedergesucht.
00:04:44: Wie dieser Geschmackedeil war so unterschätzt?
00:04:46: Meinst du das Sachsen-Anhalt sowieso generell ein unterschätztes Bundesland ist?
00:04:50: Also es ist ja meine Heimat!
00:04:52: Jetzt würde ich sagen auf alle Fälle Ja Aber jeder zelebriert ja seine Heimat auch so ein bisschen für sich.
00:04:59: Und ich hab' auch schon in Stuttgart gelebt
00:05:03: und
00:05:04: genau, ich habe eine Zeit lang in Berlin gelebt Ich hab meinen Rucksack in Deutschland vollgemacht und auch im Ausland.
00:05:12: Und ich kann sagen, wir werden kulinarisch noch unterschätzt auf jeden Fall!
00:05:19: In allen anderen Wirtschaftsbereichen finden wir ja ab und zu mal in den Medien statt aber dürfen auch gerne mehr stattfinden.
00:05:25: Wir reden heute über die Idee, die hinter dem Bauer Freigeis steckt.
00:05:30: Das ist ein Geschäftshörerin.
00:05:31: du bist mit einem Partner zusammen, über dem wir natürlich auch noch reden Möchte man natürlich ganz gerne erst mal mit dir persönlich anfangen.
00:05:37: Du hast jetzt gerade schon mal so angedeutet, wie du aufgewachsen bist.
00:05:39: vier Seitenhof in der Altmark und bist denn durch die Welt gezogen oder sowas?
00:05:44: Wie war dein Leben eigentlich von vornherein schon so vorgezeichnet?
00:05:47: War das ganz klar wenn man auf dem Bauernhof groß wird und die Eltern auch im Bauernhof betreiben dass man selbst denen dann irgendwann mal übernehmen wird?
00:05:54: Nie!
00:05:55: Das war gar nicht klar.
00:05:57: Und meine Eltern haben uns da, uns Kindern auch die Freiheit gelassen das zu durchdenken ob wir das wollen.
00:06:04: und direkt nach dem Abitur habe ich auch gedacht Ich werde Lehrer und Studiere in Leipzig.
00:06:11: Das hab' ich mich aber nicht getraut.
00:06:13: Ich hab dazu vielleicht zu sehr auf den Rat von außen gehört, hab's selber nicht mal probiert und bin dann zu einer Ausbildung gekommen.
00:06:22: Und hab Steuerfachangestellte gelernt ...
00:06:25: Ist ja auch nicht schlecht, wenn man auf dem Bauernhof was abrechnen muss?
00:06:28: Ja
00:06:28: ist generell nicht schlecht.
00:06:30: Also für das Unternehmer sein ist es ja nicht schlecht einen Blick in seine Bücher zu haben und wissen wie das zustande kommt, so eine Bilanz und was am Ende dabei rauskommt.
00:06:42: Das war gut, das war eine gute Basisausbildung.
00:06:44: Es ist sowieso immer ein guter Anfang, um ins Leben zu starten.
00:06:48: und danach ging es dann zum Studium, Landwirtschaftsstudium in Stuttgart-Honheim und danach habe ich noch einen DEG Training gemacht also ein Training bei der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft.
00:07:01: Zwischendurch war ich nochmal im Ausland, hab auf landwirtschaftlichen Betrieben gearbeitet in Südamerika.
00:07:07: Das war aber nur ne kurze Zeit.
00:07:11: Dann bin ich wieder zurückgekommen und über das Trainee hab ich verschiedenste Sachen ausprobieren dürfen.
00:07:17: Einmal habe ich in der Bank in Berlin gearbeitet, einmal in einer Beratung in Leipzig, also Landwirtschaftliche Beratungen dann in Erzeugergemeinschaft im Schwebisch-Hellischen genau.
00:07:28: Und ja, so hab ich meinen Rucksack vollgepackt.
00:07:31: Das war der Weg des Lernens und des Erfahrungsammels.
00:07:36: Dann bin Ich wieder zurück gekommen, zwei Tausend, vierzehn, fünfzehn in die Altmark.
00:07:40: Ja.
00:07:41: Du hast schon so viel gemacht, aber bist du noch so jung?
00:07:45: Ich werde vierzig dieses Jahr!
00:07:47: Das ist
00:07:48: so jung, dass das auch nicht mehr.
00:07:49: Von der Wieter her und was du alles schon geschafft hast, das ist großartig.
00:07:53: Danke schön.
00:07:54: Und große Art, die stellt man sich glaube ich auch so das Leben auf dem Bauernhof vor.
00:07:58: wenn man ein bisschen naiv ist und es vielleicht aus irgendwelchen Büchern kennt oder vielleicht mal irgendwie vom Vom Familienurlaub, wenn man seinen Kindern den Urlaub auf dem Bauernhof verbringt um denen zu zeigen okay das sind Kühe so sehen Tiere aus.
00:08:11: Wie romantisch ist denn das Leben aufm Bauernhofer eigentlich noch?
00:08:14: Also ich glaube jeder von uns kennt die Bilderbücher aus Kindheitszeiten oder heutzutage gibt es ja die Tonybox mit einer Tonyfigur von Conny, die erklärt dann das Leben im Bauern Hof und das kommen ja die meisten heutzutage in Kontakt mit dem Landleben würde ich behaupten, alle die nicht aufm Land leben.
00:08:37: Und das Leben aufm land bedeutet für mich eigentlich eine unglaublich große Freiheit und Schaffenskraft weil ich ja da mein Wirkungsbereich habe.
00:08:48: In dieser Schaffenschraft gehe ich auch auf.
00:08:52: Bevor wir jetzt angefangen oft zu zeichnen hast du ja auch ... Du liebst das was du machst.
00:08:57: und genau das gleiche Gefühl ist das Wir erschaffen ja da nicht nur Lebensmittel, sondern wir erschaffen im ländlichen Raum den Lebensraum.
00:09:09: Also wir gestalten den Lebensraum sowie so ein Stadtplaner das in der Stadt macht und der Gärtner dann noch den Rasen bei euch vor dem Studio pflegt.
00:09:20: Erschaffen wir da draußen einen Lebensraum Und dass es uns vielleicht manchmal gar nicht so bewusst, dass wir auch eine gewisse Verantwortung für tragen Und in dieser Verantwortung stecken wir drin.
00:09:32: Und neben dem, dass das ... tagesfüllend ist?
00:09:37: Ist das auch mal kräftezehrend?
00:09:38: Ist es auch mal Risiko verbunden?
00:09:41: Weil das eine Unternehmung, also ein buddenständiges Unternehmen und wenn dann so Zeiten sind wie im Jahr two-tausend neunzehn die große langen Anhaltender Dürre, zwei-tau-nünzehn, zweitausend zwanzig, dann bewegt einen das und gibt's schlaflose Nächte.
00:09:56: Also das ... gehört sicherlich zum Unternehmersein auch dazu.
00:09:59: Aber das sind dann die Tage, wo man denkt ... könnte auch eine andere Zeit sein!
00:10:05: Die habt ihr überstanden?
00:10:06: Trotzdem hast du es von Freiheit gerade so schön gesprochen.
00:10:08: Das wird ihm wie Freiheit.
00:10:10: Kannst du vielleicht noch ein bisschen eher definieren was in deinem Leben ... Also für mich persönlich wird das immer durchstrukturiert morgens um fünf Uhr melken und dann ist es auch ... Das ganze Jahr über, das klingt nicht nach Urlaub.
00:10:25: Man hat immer was zu tun auf dem Bauernhof?
00:10:28: Ja, das stimmt und wir sind in keinem klassischen landwirtschaftlichen ... Du kommst ja aus ... Aus Friesland!
00:10:37: Wir sind hier im Osten anders aufgestellt von den landwirtschaftlich Betriebenen.
00:10:42: also es gibt viele Familienbetriebe Aber es gibt ja auch Agrargenossenschaften zum Beispiel.
00:10:48: Und unsere Familienbetriebe bestehen nicht so, wie das in Ostfriesland Niedersachsen ist aus der Familie und vielleicht noch einen Halbtagsangestellten.
00:10:58: Sondern unsere Betriebsstruktur besteht wirklich im größeren Sinne als eine normale Unternehmung.
00:11:08: Es gibt uns als Familienkern, der mitarbeitet aber es gibt auch noch angestellte Mitarbeiter.
00:11:15: Ich sag immer, Familie plus.
00:11:16: Weil alle sind mittlerweile so lange da, dass sie auch zur Familie zählen und dadurch schaffen wir ... Routinearbeiten zu bewältigen und äh ... Meistern das gemeinsam?
00:11:30: Und es bleibt dann noch Zeit!
00:11:33: Du hast grade gesagt du hast schon so viel gemacht.
00:11:35: Wir haben ja nicht alles aufgezählt.
00:11:37: Es bleibt dann nachzudenken ob man aus dem Alltag heraus.
00:11:43: es schafft ein, nicht nur die Milch an eine große Molkerei zu verkaufen oder die Molkerei kauft ihr auf sondern dass man sagt ich trau mich jetzt selber die Milcht so veredeln.
00:11:56: zu verarbeiten.
00:11:57: Und das wäre dann die Kieseherstellung, ne?
00:11:59: Das ist ja ein Baustein!
00:12:00: Dann sind wir bei Bauer Freigeist und dazu kommen wir noch.
00:12:03: aber ich möchte trotzdem nochmal ganz kurz in deiner Geschichte bisschen rumgraben weil es eben so toll ist dass du ja auch mit dem Studium, mit dem fertigen Studium und mit dem all dem was du auch noch alles gemacht hast zurück in die Altmarke gekommen bist.
00:12:15: und deine Eltern haben ja denn scheinbar den siebten Generationen schon diesen Hof betrieben.
00:12:21: Und da kommst du vielleicht mit irgendwelchen Ideen an.
00:12:24: Wie haben die dann oft deinen Wissen reagiert, konntest du dir auch ... Oder hast du überhaupt versucht, die irgendwo hinzulenken?
00:12:30: Werdet doch mal ein bisschen moderner?
00:12:31: Hast du irgendwelche Vorschläge gemacht?
00:12:34: Also meine Eltern waren in ihrem gesamten ... waren und sind im gesamten wirtschaftlichen Leben offen für neue Ideen gewesen.
00:12:42: also sie haben auch viel ausprobiert In den über thirty-fünf Jahren, die sie ja jetzt dem Betrieb auch schon führen.
00:12:49: Die haben direkt nach der Wende den Betrieb wieder eingerichtet.
00:12:51: also Wende heißt ja das LPG System davor enteignet gewesen Flächen zurückbekommen und dann sind Sie gestartet als Wiedereinrichter Und haben auf der alten LPG Anlage angefangen zu wirtschaften und haben da auch vieles im Betriebsverbund mit anderen landwirtschaftlichen Familienbetrieben aus der Region auf die Beine gestellt und ausprobiert.
00:13:16: Also, da gibt es in unserer Familie doch eine gewisse Form von Mut für Neues ... Schön!
00:13:24: Und Entwicklungsfähigkeit?
00:13:27: Natürlich ist das, sag ich jetzt so einfach, aber im Alltag sieht das natürlich auch so aus dass dass man dann Sparringpartner ist und erst mal ausgefochten werden muss, in welche Neuerungen wir gehen oder was wir jetzt gemeinsam ausprobieren.
00:13:45: Und ich weiß nicht warum der Moment im Jahr zwei Tausend Fünfzehn so intensiv gefruchtet hat.
00:13:52: Ich bin von meinem Bildungsweg wieder zurückgekommen.
00:13:56: Damals hatte ja noch eine Beratung gearbeitet.
00:14:02: Hier sind zwei Zahlen, die schreibe ich euch mal auf.
00:14:05: Und dann müssen wir uns Gedanken machen, wie wir das
00:14:08: machen.".
00:14:10: Dann kam die Vision der langfristigen Weiterentwicklung in eine andere Richtung und zwar ist es die Ausdifferenzierung des Lebensmittels.
00:14:22: Ausdifferenzieren heißt ich geweck von ... der Masse?
00:14:27: Mhm!
00:14:27: Und schaue in die Nische und muss mich fragen ob ich das kann.
00:14:32: Ja.
00:14:33: Was heißt denn in der Landwirtschaft?
00:14:34: Nische?
00:14:34: Also, baut ihr dann irgendwas komplett anderes an oder habt dann ganz besondere Tiere?
00:14:38: Oder was wäre eine Nische in der Landschaft?
00:14:41: Eine Nische ist zum Beispiel ... oder war damals noch die Biomilch- oder die Bioproduktion generell.
00:14:49: Die Biopproduktion, ich glaube als wir angefangen haben im Jahr zwei Tausend Fünfzehn jetzt ein Faktencheck machen, weiß ich nicht, waren das fünf Prozent und die ... Wachstumsraten im Bio-Bereich sind ja bis heute da.
00:15:03: Jedes Jahr wird der Bedarf und die Nachfrage an Bioprodukten mehr in unserer Gesellschaft.
00:15:10: Sieht man dann den Supermärkten, also gerade wo die Regale auch größer und breiter werden?
00:15:15: Genau!
00:15:16: Und wir sind ... aus der Masse rausgegangen, in eine Nische erst mit einem kleinen Schritt.
00:15:23: In einer EU-Biomilch haben wir eine große Molkerei geliefert an einen Konzern und haben uns dann, ich glaube das waren fünf Jahre später, zwanzig Zwanzig zwanziger getraut noch mal in Richtung Verband zu gucken also Ökoverband und uns dann einem Ökoverband anzuschließen.
00:15:41: Also das war ein so ... Entwicklungssteps.
00:15:44: Jetzt hätten wir in dieser Fahnenstange nur noch einen Schritt, der möglich wäre um sich auszudifferenzieren aber auch für den machen können.
00:15:52: das steht auf einem anderen Blattpapier.
00:15:55: Wir liefern jetzt nicht mehr an die große Molkerei sondern wir liefern an eine sehr regionale Molkerei.
00:16:01: Die sitzen in Münchenhofe.
00:16:03: Also früher gingen eure Milch in Richtung Weißenfeld und jetzt nach Megpomben oder?
00:16:07: Wenn Sie doch nicht verstanden haben.
00:16:08: Die haben zwei Sitze, also einmal in Dichow-McPomps und einmal in Münchenhofe.
00:16:13: Das ist Brandenburg direkt an Berlin dran.
00:16:16: Und das ist die Gläsernermölkerei.
00:16:18: Genau!
00:16:19: Vorher gingen die Milch frischli, ja?
00:16:22: Weißenfelz ... Da dazwischen gab es eine Phase, da waren wir bei dem großen Konzern Arla.
00:16:29: Sag mal auf was.
00:16:30: Also
00:16:31: kenntest
00:16:32: du deiner
00:16:33: Produktion.
00:16:34: Jetzt ein Seide rübergegangen, das ist doch der einen Schritt den du deinen Eltern vorgeschlagen hast.
00:16:39: Euch ja zu spezialisieren auch gerade den Hof ausrichten auf Bio?
00:16:46: Wie wird denn so etwas zertifiziert?
00:16:47: wie bekommt man denn überhaupt diesen Stempel dass man Biolandwirtschaft anbieten kann oder produziert?
00:16:54: Also es ist ein verwaltungstechnischer Akt der mehrere Prüfungsphasen hat.
00:17:01: erst mal meldet sich meldet man sich bei einer Kontrollstelle an.
00:17:05: Diese Kontroll-Stelle wird kontrolliert von der Kontrollbehörde und die Behörde ist eine Institution, die hier in Sachsen-Anhalt in Bernburg setzt.
00:17:15: Und unsere Kontrollstele sitzt in Schraubing, aber sie hat damals viel Fachverstand für Milchvieh.
00:17:23: Deswegen haben wir die ausgewählt.
00:17:25: Und der Umstellungsprozess selber, der dauert zwei Jahre.
00:17:29: Du beginnst mit der Flächenumstellung die Flächen sind dann biozertifiziert nach zwei Jahren umstellungsphase.
00:17:35: in dieser umstellung phase hast du mindestens zwei jahres audits und unangekündigte kontrollen.
00:17:41: Die Tiere stellen sich danach laufend um oder parallel.
00:17:45: das hängt aber davon ab.
00:17:46: jetzt wirds fachspezifisch wie viele futtermittel da sind ob sie schon mit den richtigen futtermitteln gefüttert werden können usw.
00:17:53: Ja, also das ist ein zweijähriger Prozess.
00:17:57: Und ich muss ganz ehrlich sagen ... Das war nicht leicht!
00:18:02: Also ich hab davon nichts in meinem Studium gehabt?
00:18:05: Also dass du weißt wie so was funktioniert, wenn man sowas machen kann?
00:18:09: Nee nee Vielleicht
00:18:10: hat man das jetzt neu aufgenommen.
00:18:11: Das kann ja auch sein, ne?
00:18:13: Weil eben dieser Wunsch mehr Bio anzubieten ... Wir haben gerade darüber gesprochen, dass der immer größer wird, aber dass man das dann vielleicht aktuell in dieses Studium mit aufpackt.
00:18:22: Da müssen wir mal sehen, ob es irgendwo angeboten wird.
00:18:26: Wer vielleicht oder würde für andere vielleicht von großem Vorteil sein?
00:18:31: Ja!
00:18:34: würde ich unterschreiben, dass da noch ein bisschen durchdacht werden kann wie man das Wissen an die Praktiker bekommt.
00:18:42: Ich hatte nicht genug Wissen aber dann ging es schnell.
00:18:47: Ich war damals in einer sehr intensiven Phase mit meinem Vater.
00:18:50: wir waren zu mehreren Beratungsveranstaltungen und auch intensiven Telefonanten mit der Kontrollbehörde immer wieder Die Fristen sind wir durchgegangen immer wieder abgefragt weil um sich in diesen Paragrafen-Dschungel erst mal durchzufinden, musst du ganz viele Fälle aufstellen.
00:19:09: Was passiert denn?
00:19:10: Das hat ja auch was mit einem unglaublichen Betriebsrisiko zu tun.
00:19:13: Du gehst da rein und wenn du scheiterst ... das tut dann schon weh.
00:19:18: Und es hätte
00:19:19: kein Arm.
00:19:20: Nee, nee, nee!
00:19:21: Und das war wirklich eine interessante Phase aber die haben wir gut gemeistert und danach haben wir uns eigentlich Stück für Stück weiterentwickelt.
00:19:31: Die größten Herausforderungen der Entwicklung gab es tatsächlich im Ackerbau.
00:19:36: Also, es gab einen klassisch konventionellen Ackerbau bei uns vorher und der musste umgestellt werden auf einem Kreislauf-Ackerbau in Sinne von Tierhaltung, Wirtschaftskreisläufe die eigenen Betriebsmittel wieder zurückführen zum Boden Und wir haben uns da so ausgefallen das war sogar selber Sagt gut nachziehen bis hin zum Populationsmeiß.
00:20:01: Und ich darf sagen, wir haben Effekte auf den Raum in dem wir leben ja?
00:20:08: Irgendwann vor drei oder vier Jahren sagte mein Opa mal ... Ach!
00:20:16: Und ich so wie er ist wieder da.
00:20:18: Ja, den hab ich vierzig Jahre nicht gesehen und das war so wo ich dachte, da kriegt man kurz Gänsehaut.
00:20:25: ne Da
00:20:26: hat sich dann alles gelohnt.
00:20:27: Diese Bürokratie und so, die du gerade sagst ...
00:20:30: Das ist ein Punkt, ne?
00:20:32: Aber das ist so'n emotionaler Punkt wo man einfach denkt diese Schaffenskraft dieser Raum den wir gestalten Und dieses Bewusstsein was wir dafür entwickeln müssen dürfen Was wir da draußen machen und wie viel ich sage jetzt mal Macht wir dadurch haben das zu beeinflussen und dann im besten Falle zum Positiven zu beeinflussten.
00:20:57: Jetzt darf noch mal einer festlegen, was das positive ist.
00:21:00: aber ich finde wenn nach vierzig Jahren der Wiederhopp wieder da ist Und es mehr Mauersegler gibt und die Schwalben auch immer mehr werden.
00:21:08: Dann haben wir ja etwas geschafft.
00:21:13: Ich kann hier nur von unserer Familie sprechen.
00:21:15: ihr findet schon allein diesen mäfreien Mai so schön Wenn man sieht was sich da denn alles irgendwie so so abspielt oder an Blüten was da alles so wächst.
00:21:22: Das finde ich großartig und deswegen kann ich das mit der Gänsehaut und dem Videohopf auch so ein bisschen nachvollziehen.
00:21:28: Finde ich schön, finde ich toll!
00:21:29: Auch diesen Mut und diese finanziellen Mitteln hattet um das alles so umzustellen und vor allem auch diesem Willen durchzusetzen und zu machen und euch durch diese Prokretie gar nicht aufhalten lassen.
00:21:44: Toll dass du es so durchgezogen habt, finde ich wunderbar!
00:21:46: Hat sich beim Melken was verändert?
00:21:48: Muss man anders melken wenn man biozertifiziert
00:21:51: ist?!
00:21:52: Also der ... Oder Fütterne auch?
00:21:55: Ja, durch die Bewirtschaftung der Flächen kommt eine ganz andere Füttering zustande.
00:22:00: Wir haben den Fokus viel mehr auf Leguminosen gelegt, die wir selber
00:22:05: anbauen.
00:22:06: Was ist das jetzt genau?
00:22:07: Kleegras, Luzerne, Rotklee, Weißklee... Die Fruchtfolge, also die Be Wirtschaftung der Felder hat sich dadurch sehr stark verändert und dadurch kommt auch eine andere Füterung zustande.
00:22:21: Der Melkprozess an sich, also das Händling hat sich nicht verändert.
00:22:27: Aber es gibt strengere Regularien für die Tierhaltung.
00:22:33: Mehr Platz für die Tiere und mehr Tierkomfort.
00:22:37: Es gibt sehr starke strikte Kontrollen ... bei der Behandlung der Tiere.
00:22:43: Das gab es auch vorher schon, aber es ist deutlich eingegrenzter wie man das machen darf und in welchem Umfang.
00:22:50: Es ist klar, dass bevor behandelt wird alles möglich gemacht werden muss um das Tier auch füttermedizinisch also mit... pflanzlichen Stoffen behandeln zu können.
00:23:01: Aber es ist auch klar, es darf kein Tierleid entstehen oder in die Länge gezogen werden wenn es einem Tier ganz und gar nicht gut ist.
00:23:08: wie beim Mensch geht man zum Arzt und der Arzt darf natürlich sagen die Behandlung sieht folgendermaßen aus und bei uns ist das der Tierarzt.
00:23:18: Wir haben schon über die Biomilch gesprochen.
00:23:20: Du trinkst auch nebenbei während unseres Gesprächs Kaffee, Augen
00:23:23: mit Milch?
00:23:23: Die haben wir zur Verfügung gestellt, es war ganz normale Milch oder ... Kennst du auch Landwirte, die laktoseintolerant sind?
00:23:29: Kennen Sie solche Leute?
00:23:30: Jetzt muss ich mal in meinem Hinterstübchen graben.
00:23:34: Ich glaube, ich kenne keinen laktosainterleranten Landwirt.
00:23:38: aber ich weiß dass die Laktosefreien Produkte stark gefragt sind und wir haben ja auch einen Bioladen Und da haben wir auch das laktosefreie Sortiment drin.
00:23:48: Die Kunden freuen sich darüber und kaufen das ein, ja?
00:23:50: Darauf kommen hier zu sprechen auf den Bauern freien Geisten.
00:23:54: Du hast irgendwann mal vor geraumer Zeit ... Wenn es auch im Jahr zwanzig fünfzehn war, hattet ihr schon mit so einem großes Projekt.
00:24:02: Hast du fünfzig Hektar zum Bewirtschaften bekommen?
00:24:04: Wenn man sich das mal so vorstellt, gerade in Anlehnung auf die Fußballweltmeisterschaft.
00:24:08: Das sind siebzig Fußballfälle.
00:24:10: Das ist schon eine Wahnsinnsmenge!
00:24:12: Also grade hast du deinen Eltern noch geholfen und dann hast du gesagt ich biete jetzt auch was eigenes an.
00:24:18: Ich weiß nicht ob man das kaufen muss oder anbieten kann.
00:24:21: Warum wolltest du das unbedingt machen?
00:24:22: also was hattest du da im Hinterkopf?
00:24:24: warum hast du diese Herausforderungen angenommen?
00:24:27: Es ist Teil der Betriebsstrategie von landwirtschaftlichen Betrieben, dass immer mal Fläche wegbricht und auch Fläche dazukommt.
00:24:35: Und ich sehe die Fläche, die für uns da dazugekommen ist in unserem Betriebesverbund.
00:24:44: Das heißt, dass ich dort quasi Flächen ... in den Betrieb reingeholt hab, um die Kühl zu versorgen.
00:24:54: einen Aufwuchs zu schaffen, der als Futtermittel dient.
00:24:56: Das war das ganz normales landwirtschaftliches Wirtschaften sozusagen.
00:25:01: Also was Wirtschaftliches dahinter?
00:25:03: Oder hast du gesagt, nee, das brauche ich ja zur Selbstverbildlichung?
00:25:07: Ja, das ist eine gute Frage!
00:25:11: Weil du stehst ja auch nie still.
00:25:13: Also man hat immer den Eindruck, dann kommt das noch und es kommt dass noch auf wenn wir jetzt gleich nochmal auf Bauer Freigeiß weiter eingehen weil da schießen ihr auch in die Zehntausend Gedanken durch den Kopf was du ihm doch alles machen möchtest.
00:25:24: aber so Stillstand gibst für dich eigentlich gar nicht.
00:25:27: Guck mal zwischen dreißig und vierzig.
00:25:29: ich würde das jetzt mal als Powerphase beschreiben in der man doch sich die Zeit nehmen sollte, das mal auszuprobieren.
00:25:37: Und ab vierzig bis fünfzig kannst du dann schon mal sondieren, ob wieder was weg muss?
00:25:43: Gut!
00:25:43: Du hast
00:25:45: selbst gesagt, du stehst jetzt kurz davor.
00:25:47: Ja ja ich werd vierzig dieses Jahr und ... Das war die Phase.
00:25:53: Und tatsächlich bin so aufgebaut wie ein Generator in dieser Schaffenskraft, von der wir am Anfang auch schon gesprochen haben.
00:26:05: Die zur Selbstverwirklichung führt und einen immer wieder antreibt, ein immer wieder belebt die ... Du hast es selber auch gesagt vorhin, das machst du, mach dich glücklich?
00:26:15: Genau!
00:26:16: Aber trotzdem gibt's den Punkt wo noch mal geguckt werden muss ist das jetzt der Weg oder ist es das nicht?
00:26:23: Und wenn wir es nicht ausprobiert hätten dann wüssten wir es auch nicht.
00:26:26: ja also dass es Teil Teil des Ganzen.
00:26:29: Und ob die Betriebsgründung von Linda Becker oder der Flächenzugang ein Ego-Projekt war, nee ich sehe das als betriebswirtschaftliches Wirken eines Landwirtschaftsbetriebes wo Flächen dazu kommen und auch mal wieder gehen ja?
00:26:45: Und zu diesen Flächen ist dann irgendwann die Idee gekommen durch deinen Unruhestand der positiven
00:26:51: Sinne dass
00:26:52: du Bauer Freigeis gegründet hast, Was steht dahinter?
00:27:00: Du bist ja nicht alleine auf die ECD gekommen, sondern auch mit dem Tilman
00:27:03: III.,
00:27:04: der vorher im Ökoland-Naturland war und da als Berater tätig war.
00:27:13: Also hattest du auch so eine Kompetenz an deiner Seite, der genau wusste was man machen kann oder?
00:27:18: Da muss ich ein bisschen ausholen und noch mal einsortieren.
00:27:21: Das ist ein
00:27:22: Podcast!
00:27:22: Da kannst du gerne aushohlen.
00:27:24: Timon, hab ich kennengelernt.
00:27:26: zur Betriebsumstellung der Bäcker GBR von Konventionell auf Biologische Landwirtschaft.
00:27:31: Weil er war einer derjenigen in den Beratungsgesprächen die gesagt haben Umstellung so und Milch wie Betrieb funktioniert so und die Kontrollstelle also...
00:27:39: Da sind wir bei ... da
00:27:41: sind wir ja bei ... und kleine Anekdote Wir alle un informiert Wartend auf den Naturlandberater und zwar in unserer Küche, also ganz typisch wie du dir das vielleicht vorstellen kannst.
00:27:59: Familienbetrieb alle sitzen in einer Küche und warten auf den angekündigten Termin Und es klingelte und ich kannte ihn ja vorher gar nicht.
00:28:09: Ich wusste auch nicht wer's war.
00:28:11: Ich hatte bei dem Verband eine E-Mail hingeschrieben.
00:28:13: der kamen drei Monate erst mal nix.
00:28:16: Nee, das kann ich mich gar nicht erinnern.
00:28:19: Da gab es kein Profibild, weil der war zwei Wochen erst bei Naturland und ... Ich wusste wirklich gar nicht, wer da auf mich drauf zukommt.
00:28:29: Und auch nicht auf meine Familie.
00:28:30: Aber dieses Bio-Projekt hab ich in meiner Familie angeschoben und klingelt's.
00:28:35: Ich mach die Tür auf mit meinen Eltern.
00:28:37: Und dann steht da jemand in Birkenstock und Leinenhemd, ohne dass ich das jetzt negativ meine.
00:28:44: Aber ich wusste genau, wenn der nicht ordentlich was auf der Kirche hat ... Ja?
00:28:50: Und mit uns in die Diskussion geht!
00:28:52: Weil wir hatten uns versucht schon einzulesen, war nicht das erste Gespräch.
00:28:56: Dann wird das hier schwierig mit meinem Projekt.
00:28:59: Also... Und dann bin ich rein in die Küche.
00:29:02: Die gute Stube war für diesen ordlichen Termin vorbereitet Und dann bin ich rein in die Kirche zu meinen Eltern und hab gesagt, also, Birkenstock und Leinenhemd.
00:29:11: Aber ihr gebt ihm jetzt ne Chance!
00:29:17: Und so sind sie dann rüber ins Nachbarzimmer und Schnittchen gemacht, Kaffee hingestellt ... Ich habe seine Nervosität schon gemerkt und hab gedacht, oh-oh-oh das geht schief.
00:29:29: aber er war schlau.
00:29:31: Er hat den im Natur.
00:29:35: Naturlandpräsidenten, jetzt muss ich lügen, welche Funktion Peter Warlich damals hatte.
00:29:40: Er hat einen Urgestein aus der Altmark aus dem Naturlandverband zu dem Gespräch dazu gebeten.
00:29:47: Der kam eine halbe Stunde später ... Und meine Eltern und Peter Warlich kannten sich schon, sind immer so aneinander vorbei geschleift in den vergangenen Jahren.
00:29:58: Dann saßen sie alle an einem Tisch und dann noch Betriebsbegehung mit Einladungen zu seinem Betrieb gleich einen Tag später ... So kam das!
00:30:08: Und dann wurden wir erst mal in diesen Prozess geschubst und beraten.
00:30:13: Weile, weile,weile später wurden die Besuche mehr.
00:30:19: Und daraus ist dann irgendwann ein Bauernfreie Geist geworden?
00:30:22: Ja, das ist jetzt der nächste Teil.
00:30:24: Wir haben uns erst mal kennengelernt und in unserer Familie ... Das hab ich ja vorhin schon erwähnt, ist Mut- und Offenheit für neue Ideen.
00:30:36: Dann brauchst du immer Generatoren, die das umsetzen.
00:30:38: Du hast dich selbst als Generator bezeichnet.
00:30:40: Genau!
00:30:41: Jetzt hab ich noch mal drüber nachdenken.
00:30:44: Nach meinem vierzigsten Geburtstag.
00:30:46: Da war schon ... Der Gedanke, was können wir denn aus unserer Milch machen?
00:30:51: Was können wir daraus machen?
00:30:52: und ich weiß das meine Mama zehn Jahre vorher einen Eiskurs gemacht hat.
00:30:56: Und dann dass er aber doch nicht weiter verfolgt hat.
00:30:59: Schade, sag ich als Eisfan!
00:31:01: Ich mag auch gerne Eis am liebsten Stratzerteller Eis.
00:31:05: Dann bin ich mal nach Ständerl gefahren, ich weiß gar nicht mehr warum... Dann hab ich im Radio gehört, wie ein Syrer im Radio gesprochen hat und gesagt hat er ist jetzt seit einem Jahr in Deutschland.
00:31:17: Und er möchte unbedingt den Käse aus seiner Heimat machen.
00:31:20: Der braucht eine Käserei die das mit ihm im kleinen Maßstab macht.
00:31:24: Wir hatten ja da noch keine Käserei aber beim Radio angerufen habe ich gesagt ich brauch den Kontakt Ich kann noch keinen Käse machen Aber in Syrischen können wir schon mal ausprobieren Und dann kam das ... Das ist
00:31:35: wieder beim Thema Mut, ne?
00:31:37: Ist cool.
00:31:37: Also dass da einfach anrußt und sagt okay, Krimusch nehmen wir hin.
00:31:41: Und dank des Radios!
00:31:43: Tolles Video
00:31:44: heute hier.
00:31:46: Ja, jedenfalls kam das dann zusammen Und wir hatten ein Jahr so eine Kennenlernphase, es gab die Unternehmensform mit ihm.
00:31:54: Wir haben Brainstorming gemacht wie wir das machen wollen.
00:31:58: Wir hatten so die ersten Fühler ausgestreckt in Richtung Käsehandwerk waren auch bei jemand anderen und haben Käse mitgemacht also haben mal geguckt Wie geht das?
00:32:07: Kriegen wir das irgendwie hin?
00:32:09: welches Wissen braucht man dafür?
00:32:11: Schlussendlich gibt's den Syrer nicht mehr in unserer Firma.
00:32:16: Das war nur am Anfang wirklich eine kurze Sequenz und aufgehalten hat uns, glaub ich, seine Religion.
00:32:25: Und zwar wollte er mit uns gleichwertiger Geschäftspartner werden aber er konnte keinen Kredit aufnehmen.
00:32:32: Ach so?
00:32:33: Zinsen sind nicht ... gerne gesehen in seiner Religion und damit waren wir keine gleichwertigen Geschäftspartner.
00:32:41: Und ich glaube am Ende war das alles gut, es sollte so kommen und dann haben sich unsere Wege wieder getrennt.
00:32:47: aber wir hatten ja schon den GmbH-Vertrag vorbereitet Wir hatten die Technik schon gekauft und dann muss das auch losgehen.
00:32:55: Und was ist euch da so sofort aufgeploppt, was ihr macht?
00:32:57: Also hat sie denn neben diesem Käse von dem Syrer jetzt auch schon irgendwelche anderen eigenen Ideen.
00:33:03: Zum Beispiel den Käse, den ihr gerne selbst äst dass er den jetzt selbst herstellt oder Was waren so die ersten Ideen, die ihr hattet?
00:33:10: Also tatsächlich bevor wir den syrischen Käse perfektioniert konnten haben wir den typisch deutschen Käse auch schon gekonnt und sind ja jetzt in anderen Bereichen auch unterwegs.
00:33:20: Kampemberg der Altmark hat auch schon mal einen kulinarischen Stern bekommen.
00:33:23: Ja ist ne
00:33:25: Falsche.
00:33:25: Ist eine
00:33:27: französische Machart eines Käses.
00:33:29: Genau, dann haben wir noch den Crazy Burning Blue.
00:33:32: Das ist ja blau-schimmelkäse, der geht so in Richtung Stilten ...
00:33:36: Aber was ist denn ne französische Marath von Käse?
00:33:38: Was unterscheidet die denn eigentlich vom deutschen Marat?
00:33:41: oder gehen wir dazu sehr ins Detail?
00:33:43: Nee, wir gehen nicht ins Detal, aber können ein bisschen schmunzeln.
00:33:46: Also deutsch, typisch Deutsch, ist sehr mild und sehr fest bei nem Weichkäse also beim Kammemberg.
00:33:56: Und französisch ist sehr intensiv, ich hab mal ... Vom Geruch
00:34:00: oder wie?
00:34:00: Der
00:34:00: Geruch aber auch Geschmack.
00:34:02: Sehr intensiver Championnoten und vor allen Dingen läuft der.
00:34:07: Also, der zerläuft!
00:34:09: Ich habe halt typisch deutsche Kunden an meiner Käsetheke, die diesen Pappich festen wollen.
00:34:15: Das ist dann der Deutsche.
00:34:16: Es gibt den Französischen, wenn du den anschneidest, der macht so richtig Blubb- ... also, der läuft so richtig aus seiner Form raus.
00:34:25: Ja.
00:34:25: Eine meiner Lieblingskäse-Sorten ist auch so ein Brie, der auch aus Senf besteht und der auch so zerläuft.
00:34:34: Den mag ich wahnsinnig gerne!
00:34:35: Das finde ich schön.
00:34:36: Dass wir als kleine Anregung vielleicht noch mal neue Angebote mit aufnehmen können, obwohl ihr Senfkäse ja schon
00:34:42: habt?
00:34:43: Ja, stimmt.
00:34:45: Aber das Interessante ... Ihr habt dann schon was aufgebaut.
00:34:48: Also, Bauernfreigeist war erst mal da ab dem Jahr zwanzig achtzehn mit deinem Partner zusammen.
00:34:55: Ich mein, du stehst ja nicht still.
00:34:56: Dann kam auf einmal ... ich hoffe, ich spreche das richtig aus.
00:34:59: Crow farming gab's dann auch noch?
00:35:02: Das heißt, dass man sich eine Kuh mieten kann!
00:35:07: Wie kommt man denn jetzt auf so einen Trichter?
00:35:10: Ja, das ist ne gute Idee, die kam gar nicht von mir.
00:35:14: Crowdfarming heißt das und das is ne spanische Agentur.
00:35:22: Der Geschäftsführer hat in Berlin studiert und ist aber Spanier.
00:35:25: Und hat die Orangenfarm seines Großvaters übernehmen wollen, und hat nach dem richtigen Vermarktungsweg gesucht ... Nach Harani aus der Karmen heißen die glaub ich ... um die Orangendirekt vom Erzeuger zum Kunden zu bringen.
00:35:43: Und er hat daraus für sich festgestellt das was ich hier mache, da gibt's ein ganz großen Bedarf für andere landwirtschaftliche Erzeuger und auch die Kunden.
00:35:55: Und diese Agentur hat uns dann, glaub ich, im Jahr zwei Tausend neunzehn angeschrieben ... und hat gefragt, ob wir in Deutschland die ersten Milch-Erzeuger-, Käseverarbeiter sein wollen mit denen sie hier starten können?
00:36:08: Und so sind wir zusammengewachsen seit zwei tausendneunzehnt bis heute.
00:36:12: ja!
00:36:12: Wir sind ja auf dich gestoßen also auf euch viel mehr.
00:36:16: Ja, hat wahrscheinlich uns im Internet gesucht
00:36:19: und gefunden.
00:36:20: Haltmark eingegeben?
00:36:23: Ich glaube unsere Keywords waren damals schon gar nicht schlecht und wir sind im Internet relativ weit.
00:36:29: oben zu finden gewesen für handwerklichen Käse.
00:36:32: Ich finde diese Vorstellung so toll, also gerade wenn man die Kuh an sich mag und sagt okay ich miet mir jetzt einfach eine Kuh und die liefert mir denn den Käse aus, sprich die Milch erst mal dafür.
00:36:44: wie kommt das an?
00:36:44: Wie wird es genutzt von den Leuten?
00:36:46: Wir haben ja sogar einen ganz prominenten Parten.
00:36:49: Herr Haselhoff ist ja einer
00:36:50: unserer... Ach der ehemalige Ministerpräsidentin?
00:36:52: Ja genau!
00:36:53: Wie heißt seine Kuh?
00:36:55: Savy für Sachsen-Anhalt, SA und HIV.
00:36:59: Für Wiebke ist auf dem Besuch so entstanden.
00:37:05: Ah cool!
00:37:06: Er hat uns auch besucht.
00:37:07: er hat seine Kuh gesucht.
00:37:08: ich würde den Besuch auch gerne nochmal wiederholen.
00:37:10: die Einladung geht hier mit raus.
00:37:12: wir stehen auch in Kontakt.
00:37:13: ich freue mich darüber wenn er Nach seiner Amtzeit auch gerne noch mal so vorbeikommt.
00:37:18: Und er bestellt auch weg mit seiner
00:37:20: Frau?
00:37:20: Ja, schön!
00:37:21: Aber ich glaube die Bestellung löst seine Frau Gabi aus.
00:37:23: Ja gut liebe Grüße an dieser Stelle und seine Frau.
00:37:26: Wie sieht denn das eigentlich so konkret aus?
00:37:28: also kann man einfach ins Netz gehen und sagen okay die um die Kuh hätte ich ganz gern und von der hätt ich ganz gerne dann den Käse und Milch.
00:37:34: ja wirklich ist es so einfach.
00:37:36: Also Milch nicht weil Milchtransportieren schwierig aber in der veredelten Form also in der Form des Käses gibt es das Und es gibt seit vier Wochen tatsächlich auch unsere erste Fleischbox auf der Seite.
00:37:52: Ich möchte trotzdem noch mal auf den Käse zu sprechen kommen, weil ich hab so ein tolles Bild gesehen von dieser Box Tilly.
00:37:59: Von diesem schnittigen und recht scharfen Tilsitter?
00:38:03: Ja ... Der Name hat zwei Bedeutungen.
00:38:06: Einmal ist das wirklich einen Tilsiter, aber Tilly wird mein Partner von seiner Mama genannt.
00:38:13: Ach!
00:38:15: Vielleicht ist deshalb dieses Bild so entstanden.
00:38:17: Da riechen nämlich die Kühe an dieser Box mit dem Käse.
00:38:22: Jetzt frage ich mal ganz blöd, meinst du das Kürmerken?
00:38:26: Dass es deren Milch ist, die da verarbeitet worden ist...
00:38:30: Also man vergleicht ja die geistige Kapazität von Kühen mit einem Zweijährigen.
00:38:38: also was die Kommunikation und Begrifflichkeit sich abzeichnet denke, dass die Tiere erspähen.
00:38:49: Er riechen können das was anderes ist als Gras auf alle Fälle.
00:38:54: aber ob sie den Bezug hinbekommen, dass das ihre Milch ist?
00:38:58: Das würde ich eher anzweifeln.
00:38:59: Aber vielleicht möchte da ja jemand mal ein wissenschaftliches Projekt draus machen, weil jetzt nicht bei uns...
00:39:08: von Herrn Dr.
00:39:09: Haselnorf hast du schon gesprochen, wie viele Nutzen insgesamt dieser Art von Einkauf?
00:39:12: Gibt es da für euch auch immer einen Stopp weil der nicht mehr hinterher kommt oder...
00:39:16: Ja das stehen wir ja im täglichen Ausgleich mit Crowd Farming.
00:39:20: also wir können zum Beispiel vorausplanen Wir haben fünfhundert Einheiten die früher zur Verfügung stellen oder Es funktioniert mal was nicht dann müssen wir ein stopp machen oder es hat mal etwas nicht funktioniert Dann wird später verschickt.
00:39:33: tatsächlich Kannst du dir vorstellen, dass wir zwischen dreitausend und fünftausend Boxen pro Jahr europaweit versenden?
00:39:41: Das ist viel.
00:39:42: Ich finde es viel ja aber ich freue mich natürlich wenn wir mehr davon begeistern können.
00:39:48: Sind sie denn kostenintensiv?
00:39:49: manche denken die auch immer so wenn das Stichwort Bio oder dieser Stempel bio drauf ist dass er gleich automatisch zwei drei Euro teurer ist.
00:39:57: Krisen resilient würde ich es beschreiben.
00:40:00: Also da wäre vielleicht auch noch mal ein Faktencheck notwendig, aber die Kosten bei den Bioprodukten sind in den Krisenzeiten nicht so stark gestiegen wie bei anderen Produkten weil wir unsere Konzentration darauf setzen, resilient zu sein eigene Kreisläufe zu nutzen darin besser zu werden und was natürlich dann teurer wird in der Zeit ist.
00:40:26: die Logistik ja.
00:40:27: also Das
00:40:29: ist der höchste Kostenfaktor bei euch, oder?
00:40:31: Nee.
00:40:32: Die Rohstoffe, Personallogistik sind so die höchsten Kosten bei uns das stimmt.
00:40:38: aber wir vor Ort legen unseren Preis fest daran was wir brauchen um das Lebensmittel herzustellen erzeugen und an den Kunden geben zu können.
00:40:52: und darin einbegriffen sind zum Beispiel auch Kosten für den Wiederhof Weil wir vieles anders machen und das arbeitsintensiver ist, ist das Produkt auch etwas teurer.
00:41:05: Aber es ist krisensichere.
00:41:08: Wirkt sich der kulinarische Sterns versuchen bei den Bogen zu schlagen auf diese ausgezeichneten Produkte aus?
00:41:15: merkte, dass das dadurch der Verkauf stärker ist.
00:41:18: Wie zum Beispiel du hast diesen Common Bear der Altmark angesprochen.
00:41:21: oder im letzten Jahr habt ihr für den geräucherten Schnittkäse den kulinarischen Stern bekommen?
00:41:26: Ihr werbt natürlich auch damit aber merkt man, dass er auch das dadurch dem Verkaufen angekurbelt wird?
00:41:32: Also wenn der kulinarische Stern vergeben wird steigen nicht morgen die Verkauftzahlen?
00:41:37: also das ist es nicht.
00:41:39: aber das ist ja ein stetiger Prozess.
00:41:42: Die AMG, die diese Veranstaltung organisiert.
00:41:46: Die hat ja nicht nur die Preisverleihung, sondern wir werden beworben auf der Grünenwoche.
00:41:52: Wir sind in ganz vielen anderen Medien zu sehen zum Beispiel im MDR oder dann kommt noch mal ein Zeitungsartikel untergleichen und da ist es auch ein wichtiges Fund weil das ... Wir wären dadurch sichtbarer.
00:42:07: Es schleift sich ein bei den Kunden.
00:42:08: Wir kommen wieder mal in den Geist.
00:42:16: Ich höre dich so begeistert zu, dass ich es mir völlig vergessen
00:42:18: habe, wo mein Waden ist.
00:42:19: Das gefällt mir doch sehr gut!
00:42:22: Weil du natürlich... Und dann sind wir wieder bei dem Punkt, dass du auch nicht stillstehen kannst sondern das du immer irgendwas im Kopf hast.
00:42:31: und deshalb habt ihr auch dafür gesorgt, dass mehr als zweihundert Leute die je bei euch im VIP gewohnt auch rund um die Uhr Einkaufsmöglichkeiten haben indem du so einen Shop gegründet hast ein Dorfshop.
00:42:43: Wie sieht der genau aus?
00:42:44: Also Heimatmarkt, hast du das Ganze genannt.
00:42:46: Vierundzwanzig sieben kannst du da einkaufen.
00:42:48: Beschreib mal wie du erstens auf diese Idee gekommen bist was es dort alles zu kaufen gibt wie das ganze funktioniert.
00:42:55: Ja, ich mag vielleicht einen Satz noch vorweg sagen.
00:42:58: Du sagst immer du machst das?
00:42:59: Ich bin bei allen nicht alleine im Landwirtschaftsbetrieb.
00:43:04: Da gibt's meine Familie und unser Team.
00:43:07: Und ich bin auch nicht allein in der Käserei da gibt es ein tolles Team.
00:43:10: Auch nicht alleine in den Ladengeschäften.
00:43:13: also ...
00:43:13: Das ist schön, dass es erwähnt ist für dich gut.
00:43:15: Das war jetzt gar nicht despektierlich gemeint den anderen gegenüber sondern weil du heute so mein Gesprächspartner bist und ich dich direkt fokussieren kann.
00:43:23: aber natürlich Umso schöner ist es, dass du die jetzt gerade noch mal erwähnt hast.
00:43:27: Liebe Grüße!
00:43:28: Ja liebe Grüße und vielen Dank.
00:43:29: das.
00:43:31: ich mag das auch nochmal sagen bevor ich hier hergefahren bin habe ich nochmal so einen Support von meinem Team bekommen aus der Käserei.
00:43:38: meine Käsereileitung hat mir geschrieben und hat nochmal so drei vier Sätze geschrieben die auch schwierige Zeiten beschrieben haben und hat mich so her geschickt mit richtig viel Power.
00:43:51: Das ist ein unglaublich gutes Gefühl.
00:43:53: Also wirklich vielen Dank an alle, die mit uns das täglich machen!
00:43:57: Du merkst es... Man sieht
00:43:58: es ja gerade an, aber es ist schön.
00:44:00: Schön dass es einen noch so berührt.
00:44:02: Ja, das ist
00:44:04: toll.
00:44:05: Wie viele Menschen arbeitest du zusammen?
00:44:07: Die Köpfe sind zwölf in der Landwirtschaft, acht bis zehn in der Käserei.
00:44:11: nochmal zwei bis vier in den Laden einhalten.
00:44:15: Sie arbeiten ja nicht nur für dich, sondern wenn du das jetzt gerade so beschrieben hast was sie dir geschickt haben als Support die stehen auch dazu.
00:44:22: Ja?
00:44:22: Sie sind stolz auf das was sie machen und machen es gerne und das finde ich toll!
00:44:27: Das ist das Höchste was man sich glaube ich mit dem Lohn gar nicht erkaufen kann, sondern alleine mit dieser Leidenschaft
00:44:34: etwas
00:44:35: zu schaffen und das find' ich großartig.
00:44:37: Heute früh habe ich auch von einem Verkäuferin von uns eine Sprachnachricht bekommen.
00:44:41: Und sie hat heute einen langen Tag, weil ich hier bin und sich sie völlig alleine lasse... Danke!
00:44:45: Aber
00:44:46: den Namen muss ich mal sagen?
00:44:46: ...Danke
00:44:47: Beerit.
00:44:48: Und Sie hat so heute früh ne Sprach Nachricht reingeschickt und sagte, oh, ich hab's so richtig Bock!
00:44:52: Ich hab es so richtig bock' und ich hab so richtig bock', und ich habe so gedacht, wow diese Energie das ist so toll.
00:44:58: und wenn ich diesen Raum Und das ist jetzt nicht der ländliche Raum, sondern der Wirkungsbereich mit den Menschen, mit denen ich zusammenarbeiten darf.
00:45:05: Wenn ich da einen Raum schaffen kann, dass die das Gleiche fühlen wie du und ich ... Also, ich hab Bock!
00:45:11: Ich mach's gerne.
00:45:13: Dann bin ich da angekommen, wo ich eigentlich hin will.
00:45:17: Könntest du diese Kraft, diese Power, diese Leidenschaft auch irgendwie mal anders hinsetzen?
00:45:22: In meiner Beziehung?
00:45:23: Ja.
00:45:24: Also in meiner Partnerschaft ja.
00:45:26: Könntest du dir vorstellen, dass sie irgendwann auch mal wegzieht aus Sachsen-Anhalt?
00:45:31: Ach so räumlich.
00:45:31: Siehst du das?
00:45:34: Also es würde mir ... Es ist nie unmöglich.
00:45:37: Wir wissen nicht was kommt.
00:45:38: Man darf sich da nicht verschränken.
00:45:41: alles, was du hast.
00:45:41: Du nur in dir, alles andere ist Schall und Rauch.
00:45:45: Aber der Neuanfang wäre schwer, weil es wird langdauernder wieder hinzukommen.
00:45:51: Das beginnst du nicht von heute auf morgen.
00:45:56: Aber warum soll es das tun?
00:45:57: Also Sachsen-Anhalt ist für mich persönlich der schönste Bundesland der Welt.
00:46:02: Ja, und das meine ich will nicht ernst!
00:46:03: Bin auch ein bisschen rumgekommen... Ich weiß wie toll das hier ist.
00:46:05: Was ist das Schönste für dich an Sachsen
00:46:06: Anhalt?!
00:46:07: Ach, das ist so abwechslungsreich.
00:46:09: Wir reden jetzt gerade über einen für mich persönlich auch schönsten Landstrichen mit der Haltmark.
00:46:14: Ich find den Harz großartig, ich finde Burgenlandkreis fündlich zauberhaft.
00:46:19: Da musst du ja eigentlich auch gar nicht in Urlaub fahren.
00:46:21: diese Berge und so die Weinregion, die wir dort haben.
00:46:24: Wo ich das ländliche ... Das erinnert mich auch an die Zeit da wo ich aufgewachsen bin aus Friesland.
00:46:30: In der Mitteleufnisch?
00:46:32: Ja genau!
00:46:32: Und dann hast du auch noch zum anderen solche tollen Städte wie Dessau Bauhaus, eine tolle Kunstart die ich wahnsinnig gerne mag.
00:46:40: Friedlandburg und
00:46:40: hier schön?
00:46:41: Dann lebe ich in Halle mit den ganzen Studenten an der Burg in der Nähe mit der Peißnetz.
00:46:46: also meine Familie die dort aufgewachsen ist.
00:46:49: Magdeburg liebe ich.
00:46:50: da sind zwei Maler Kinder zur Welt gekommen auch so toll was alles von dieser Stadt ausgeht auch durch den Fußball natürlich.
00:46:57: Handball!
00:46:59: Handball natürlich deutscher Meister.
00:47:00: Ich finde aus diesem Bundesland könnte eigentlich so viel Kraft ausgestrahlt werden in die ganze große, weite Welt.
00:47:07: Darüber haben wir ja vorhin am Anfang schon mal gesprochen wird alles noch ein bisschen unterschätzt weil nämlich sich die Städte an sich auch glaube ich noch ein wenig unterschätzen.
00:47:16: und jetzt sind wir so ein bisschen davon abgekommen dass du für diejenigen die auf dem Dorf leben ja leider nicht so die großartigen Möglichkeiten haben wie die wie die städter aber du sorgst dafür das man rund um die einkaufen gehen kann mit deinem heimatmarkt.
00:47:29: wie bist du auf die Idee gekommen?
00:47:31: was gibt es da?
00:47:32: Stimmt, wir sind wirklich abgekommen von der Frage.
00:47:35: Ich hab uns da nicht hingebracht ...
00:47:37: Aber es war noch mal emotional.
00:47:38: Ja!
00:47:41: Tatsächlich lohnt sich ein Ladengeschäft in einem Dorf wie Wiebke nicht.
00:47:47: Also ein klassisches Ladengescheft mit einer Personalbesetzung.
00:47:51: Das kann man nicht durchhalten, weil das Personal, das musst du auch bezahlen.
00:47:55: und dann war ich ganz lange auf der Suche nach einer Möglichkeit dort eine Einkaufsmöglichkeit zu schaffen.
00:48:01: Und die Systeme, die digitalen Systeme sind heutzutage immer besser geworden.
00:48:07: Es gab mehrere Anbieter am Markt, es gibt Dorfladenboxes, das war ein österreichisches System und LockBest.
00:48:13: Das was wir aktuell haben mit dem wir aktuell arbeiten... ...das ist einfach eine Kundenkartei, eine EDV und du kannst dich dann einlocken mit einem QR-Code und kannst einkaufen gehen.
00:48:27: Das ist einfach zur Nahversorgung.
00:48:29: Ich hab mal gehört, man bezeichnet das als Klebfaktoren des ländlichen Raums.
00:48:34: Finde ich schön den Griff.
00:48:35: Bedeutend
00:48:36: genau
00:48:37: was?
00:48:37: Wir mussten am Anfang so ein bisschen kämpfen, dass wir Vierundzwanzig Sieben aufmachen durften und dafür mussten auch noch ein paar Gesetze ausgelegt werden.
00:48:45: Und das wurde auch getan auf Landesebene, habe mich auch sehr drüber gefreut, dass Hofleden wie wir wirklich Vier und Zwanzig sieben Aufhaben dürfen Und in diesem Prozess wurden wir als Klebfaktoren des ländlichen Raums bezeichnet, sodass wir Menschen nicht nur touristisch bei uns halten.
00:49:01: Sondern auch einen gewissen Standard bieten können um im ländlichem Raum zu leben.
00:49:08: Viel Maches dran?
00:49:09: Ja.
00:49:11: Abschließende Frage.
00:49:12: Obwohl's schade ist dass wir schon zum Schluss kommen aber noch einer gewissen Zeit und ich merke... Wir
00:49:17: können es nicht ändern!
00:49:18: Aber ich merken das auch.
00:49:20: wenn du im nächsten Jahr vierzig wirst wieder erwähnt hast und vielleicht ein bisschen ruhiger wirst Hab ich fast den einen.
00:49:25: und wir treffen uns noch mal.
00:49:26: Erzähl's über deine neuesten Projekte, die dann noch kommen werden.
00:49:30: Aber ich hab eine abschließende Frage, die will ich jedem Gast stellen?
00:49:34: Wenn du nur ein Produkt aus Sachsen-Anhalt mit auf einer einsamen Insel nehmen durftest ... Was wäre das bei dir?
00:49:41: Rückfrage muss ich... Also ist das was ich noch mal unbedingt essen will oder ist es weil ich nichts anderes habe und mich dadurch retten kann?
00:49:51: Das kannst du so auslegen, wie du möchtest und was du mögtest.
00:49:54: Aber es ist nur eine Sache.
00:49:55: Ein Produkt aus Sachsenahenhalt?
00:49:57: Ein Produkt von Sachsenahnhalt!
00:49:58: Da muss ich natürlich etwas von uns nehmen.
00:50:02: Und dann denke ich an den Wiesenkäse von uns.
00:50:05: Das ist ein großes Radkäse.
00:50:08: Sechs Kilo.
00:50:09: Sollte
00:50:10: reichen...
00:50:10: Damit kann ich erst mal ne Weile lang überleben aber der reift auch noch aus.
00:50:15: Der wird mit der Zeit immer besser Und deswegen nehme ich die mit.
00:50:19: Ich mag natürlich Käse total gerne, also es gibt viel Käse bei uns und in meinem Leben aber...
00:50:24: Jeden Tag?
00:50:25: Gibt's jeden Tag Käse oder...?
00:50:26: Ja
00:50:26: tatsächlich ja!
00:50:28: Es ist auch ein Qualitätstest.
00:50:30: wenn das bei uns auf dem Frühstückstisch liegt oder zum Anbote essen dann ist es ein... Es gibt jeden Tag einen Qualitätstest.
00:50:36: Hab schon angedeutet wir sehen und hören uns bald wieder.
00:50:39: Ich danke dir erstmal für diese Folge von Tapper Drift.
00:50:41: Dankeschön Linda Becker vom Bohr Freigeist aus Wiebke Bei Gardeling in der Altmark.
00:50:47: Ganz lieben Dank für deinen Besuch und deine Einblicke!
00:50:50: Vielen Dank auch für deine Zeit, es war überraschend für mich im Sinne von alles Neu.
00:50:55: Das habe ich auch noch nicht gemacht.
00:50:57: Es hat mir sehr viel Spaß
00:50:58: gemacht.
00:50:59: Danke schön!
00:51:00: Weiter geht's in der nächsten Folge mit jemandem, der mit vierundsechzig wieder die Schulbank drückt ein Familienunternehmen leitet.
00:51:08: das ist seit dreihundert neunzig Jahren in Wernigerode gibt und dafür sorgt dass wir an Sachsen-Anhalt durch neue Konditorinnen und Konditoren leckere Torten essen können.
00:51:19: Wir sprechen mit Michael Wieker, unter anderem Betreiber des Cafés am Markt in weniger rohde und neuerdings Tortenfilosoph!
00:51:28: Und ihr Lieber Linda, noch mal herzlichen Dank.
00:51:41: Danke.
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